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Willkommen auf der Seite www.Harksheide.de
Harksheide ist ein Ortsteil von Norderstedt im Norden Hamburgs mit der besten Musik in der Stadt.

von Bürgern für Bürger - 20 Jahre "Music Star"   1997 - 2017    


Unsere Ziele

Plan 1 - auf dieser Webseite findet nicht nur der Norderstedter Bürger Anregungen zum Besuch von Musikveranstaltungen

Plan 2 - und - Interesse vorausgesetzt - kann er sich auch aktiv einbringen und beteiligen an der Planung von Konzerten und Festivals...

Plan 3 - sei es als aktives- oder passives Mitglied des gemeinnützigen Vereins Music - Werkstatt e.V.

CHARLIE PARR ( USA )

Einziges Konzert in Norddeutschland

Norderstedt, Music Star 22-2-2018 Beginn 20°° Uhr

Der US-Amerikaner Charlie Parr, der alles Kauzhafte der Americana-Musik in sich vereint und nicht umsonst mit dem Slogan wirbt: „One Man, One Guitar, One Foot In The Grave“ . Mit rauer Stimme und rasendem Gitarrenpicking ist er ein musikalischer Nerd irgendwo zwischen Bonnie Prince Billy und Abner Jay, von der Presse zurecht bezeichnet als „one of the most important contemporary protagonists of the American folk tradition”.
Die US-amerikanischen Südstaaten haben keinen besonders guten Ruf. Als Inkubationsort der rechtsextremen "Tea Party"-Bewegung, als Rückzugsort rassistischer Weltanschauungen und dem Wiedererstarken radikal-christlicher Moralethik. Doch der us-amerikanische Süden ist auch der Ursprung für eine der kraftvollsten musikalischen Strömungen des letzten Jahrhunderts, der Country-Musik. Dabei werden außerhalb der USA meist nur die kommerz-orientierten Vertreterinnen und Vertreter wahrgenommen, die im besten Fall einen Countrypop machen und im schlimmsten Fall die Vorurteile der "Redneck"-Musik bestätigen.
Doch gerade in der amerikanischen Folk- und Country-Bewegung finden sich auch immer wieder Künstlerinnen und Künstler die das "social conscience", das soziale Gewissen, in den Mittelpunkt ihrer Lieder stellen.
Einer dieser Künstler ist der aus Austin, Minnesota stammende Charlie Parr. Sein American Country Blues erzählt, nur mit Gitarre oder Banjo begleitet, die "kleinen" Geschichten. Sehr unaufgeregt und dadurch umso eindringlicher tasten sich seine Lieder nach vorne um mit jeder Strophe kraftvoller zu werden. Dabei klingen die Aufnahmen wie aus einer längst vergangenen Zeit. Das liegt zu einem nicht unerheblichen Teil wahrscheinlich auch an Parrs Abneigung gegenüber normalen Tonstudios.

www.charlieparr.com     video 1    video 2

 

SLOW LEAVES DUO ( Kanada )

Norderstedt, Music Star 25-2-2018 Beginn 20°° Uhr

„Enough about me. What about you“, singt Grant Davidson aka Slow Leaves, Gewinner des Juno Master Class Awards 2015 ( dem kanadischen Grammy ), auf dem Titelstück seines neuen Albums. Dann handeln die Songs aber doch nur von ihm selbst und das ist ja auch in Ordnung. Wenn Davidson mit ruhiger Stimme Geschichten von Spaziergängen durch die Downtown, alten Liebschaften und Kitsch-Träumen erzählt, dann wirkt das nicht aufdringlich. Davidson steht über den Dingen. Das ist ja auch mal schön.

Die Gitarrenakkorde sind munter und ebnen den Weg für Balladen über ein durchschnittliches Leben. Dazu stoßen Keys, dumpfe Drums, die kaum hörbar grollen, und irgendwann auch vereinzelte Streicher für den volleren Sound. Es flackert aber nicht, es gibt keine Dissonanz und keine Schmerzensschreie. Davidson hat wohligen Folk-Pop komponiert, der zwar melancholische Momente hat, aber nicht zu Tränen rühren will.

Das Beste daran ist: Er weiß das genau. Er will gar nicht auffallen, sondern einfach nur zeigen, was in ihm ist und was jeder mal fühlt. Das Album ist also nicht narzisstisch. Stattdessen ist es eine gut arrangierte Innenschau eines sensiblen Mittelstandsmannes und wirkt sicher wie Globuli gegen Liebeskummer.

Manchmal kann man einen Winterblues nicht vertreiben, aber man kann auf ihm schwimmen, ohne unterzugehen. "Enough About Me" ist in diesem Momenten ein gut geeigneter Rettungsring, Anker und Fels in der Brandung - nicht nur für Freunde des gelebten Herzschmerzes.

Der kanadische Singer-Songwriter Grant Davidson, der hinter Slow Leaves steckt, veröffentlicht mit "Enough About Me" ganz im Gegensatz zum Titel ein sehr persönliches Album voller im eigenen Keller aufgenommener kleiner Liebhaberstücke. Für die Umsetzung hat er sich MusikerkollegInnen wie Jason Tait (Bahamas, Weakerthans), Rusty Matyas (Imaginary Cities, Sheepdogs) oder Julie Penner (Broken Social Scene, Do Make Say Think) eingeladen.

Slow Leaves' tiefenentspannter Country-Folk, der manchmal nach den 70ern, manchmal aber auch wie aus den 50ern klingt, wirkt auf unterkühlte Gemüter wie ein frischer Scheit knisternden Holzes in einem Kamin. Seine Texte sind mal selbstreflektiert wie im Titeltrack, aber auch gerne mal angenehm andere berührend. Wie in "How Do I Say": "What's the word for falling apart, whats the word for broken hearts? how do i tell you, what I need you to know? How do I say these words?"

Dank Ft. Langley und Oliver P.D. Brooks gibt es zu diesem Soundtrack vieler gebrochener Herzen übrigens auch ein für sich sprechendes kleines Video-Kunstwerk. Davidson erinnert uns mit seinen Songs nicht nur immer wieder daran, was im Leben wichtig ist. Er holt uns mit gut durchdachten Worten über allzu natürliche Lebensschieflagen aus so manchem Trübsal: "A piece of advice [...] it's a beautiful lie for those who chose a lot of mistakes, [...], it's a beautiful day to lose control." ("Piece Of Advice")

"Perpetual Sleep" ist abschließend der perfekte Antipol zum slow-dancigen "How Do I Say" und "Long Goodbye" schmiegt sich in tiefster Melancholie sanft an unsere von kurzen und kalten Tagen geplagte Seelen. Also Ende gut alles gut?

Gut möglich. Zumindest versucht Slow Leaves sein Bestes, uns einen Moment der Gefühlsduselei inmitten der vorweihnachtlichen Hektik zu erlauben. Vielleicht, damit wir merken, dass man nicht nur ein Mal im Jahr auch mal ausgiebiger an andere denken kann, als immer nur an sich selbst.

slowleaves.com     video 1      video 2   video 3